Winter ist schön! Heute hat es die ganze Nacht geschneit und die tanzenden Flocken haben unsere Löffelburg sanft unter eine flauschige weisse Decke gebettet.

Ich bin derweil fast gestanden in meiner bürgerlichen Ruhestatt: Um ca. 4.30 Uhr fuhr der freundliche Herr Stocker von der Gemeinde pflichtschuldigst und zuverlässig mit seinem gelbroten Gefährt mit seinen Riesenschneeschaufeln vor und machte aus dem Platz mit dem Brunnen vor der Löffelburg ein gleissend-grelles, höllenlautes Inferno. Sein Hin- und Hergefahre – jedes Mal, wenn der Lärm etwas weiter entfernt war, dachte ich, es sei jetzt wieder Ruhe und ich könne weiterschlafen – wiederholte sich während einer halben Stunde, bis auch der letzte munzige Schneehaufen fachgerecht am Strassenrand aufgetürmt war. Iiiirgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit verschwanden dann endlich die Scheinwerfer, die mein Schlafzimmer in ein bizarr blitzendes Licht getaucht hatten. Er nimmts halt genau, der gute Mann, dachte ich mit einem Hauch Anerkennung, der sich in den Ärger um die nächtliche Belästigung mischte, drehte mich um und wollte weiterschlafen.

Wollte. Doch nun, da die Strasse freigeräumt war, ergriff Metzger Galliker die Gunst der sehr frühen Stunde und wie jeden Samstag fuhren Transporter in der Gärbigass auf mit dem Vermerk «Lebende Tiere». Und die hörte man. Also jetzt nicht nur die Autos mit Anhänger, sondern die Tiere. Irgendwie schienen sie auch heute zu spüren, dass sie bald am Ziel ihrer letzten Reise angelangt sein würden, und muhten ängstlich. Jetzt ganz ehrlich: Als der Metzger dann sein Handwerk vollbracht hatte und es endlich, endlich, endlich still wurde, war mir ganz und gar nicht mehr nach Schlafen zumute.






 
 
 
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